Fit in den Frühling (2/9) – Bremsscheiben

Der Wechsel von der warmen zur kalten Jahreszeit und umgekehrt sollte auf keinen Fall nur mit dem Wechsel der Reifen verbunden sein. Es ist eine sehr gute Möglichkeit …

2097 0

Der Wechsel von der warmen zur kalten Jahreszeit und umgekehrt sollte auf keinen Fall nur mit dem Wechsel der Reifen verbunden sein. Es ist eine sehr gute Möglichkeit einige Verschleißteile auf Ihren Zustand und Ihre Funktion zu prüfen. Wir zeigen Ihnen die 10 wichtigsten Tipps, wie Sie Ihr Fahrzeug für den Frühling fitmachen.

Tipp 2: Bremsscheiben

Sind die Reifen demontiert haben Sie eine perfekte Sicht auf die Bremsscheiben. Sie können sich sehr schnell einen Eindruck über den Zustand Ihrer Bremsscheiben machen. Hierbei sollten Sie auf übermäßigen Verschleiß, Riefenbildung, Tragbild, Rissbildung achten.

Der Verschleiß

Hier gilt grundsätzlich Folgendes:
Ist die Mindestdicke unterschritten muss die Bremsscheibe sofort erneuert werden. Maßgebend für diesen Wert ist immer die dünnste Stelle an der Bremsscheibe. Sollte kein Grenzwert vom Fahrzeughersteller vorgegeben sein gilt für unbelüftete Bremsscheiben Neumaß minus 2 mm und für belüftete Bremsscheiben Neumaß minus 3 mm. Messen Sie die Bremsscheibendicke immer weit innen, da hier der Verschleiß am höchsten ist. Achten Sie dabei aber auch auf unterschiedlich von außen nach innen zunehmenden Verschleiß. Für die Riefenbildung ist entweder die Struktur des Bremsbelags oder ein kurzzeitig eingeklemmter Fremdkörper zwischen Belag und Bremsscheibe verantwortlich. Dies führt in der Regel zu einer sehr leicht ausgeprägten Riefenbildung. Auch eine Riefenbildung bis zu 3 mm hat noch keinen Einfluss auf das Bremsverhalten gegenüber neuwertigen oder Bremsscheiben mit leichter Riefenbildung. Sollten die Riefen jedoch mehr als 3 mm betragen, so ist die Verschleißgrenze überschritten und die Bremsscheiben sind zu erneuern.

Die Oberfläche

Bremsscheibe Tragbildmängel sind wie oben schon beschrieben die Riefenbildung. Korrosionsbildung ist ein weiterer Mangel an der Bremsscheibe. Hierbei gilt folgendes. Verschlechtert sich das Bremsverhalten bei teilweise korrodierten Bremsscheiben nicht besteht kein Mangel, insofern nicht mehr als 20% der eigentlichen Reibfläche von Korrosion betroffen ist. Sind mehr als 20% der Reibfläche betroffen, so ist von einem verschlechterten Bremsverhalten auszugehen und die Scheiben sind zu erneuern. Ist im Bereich der Korrosionsbildung die Mindestdicke unterschritten so müssen die Bremsscheiben ebenfalls erneuert werden.

Die Fleckenbildung durch den Abdruck der Beläge ist zu vernachlässigen, da die Bremswirkung nicht beeinträchtigt wird. Oftmals verschwinden diese Abdrücke nach einigen Bremsvorgängen.

Die Rissbildung entsteht durch schnelles Erwärmen und schnelles Abkühlen der Bremsscheiben. Hierbei entstehen leichte Oberflächenhaarrisse die sich entweder leicht gezackt, radial oder netzartige über die ganze Reibfläche verteilen. Ein solches Rissbild hat keinen Einfluss auf das Bremsverhalten und kann vernachlässigt werden.

Anders sieht es jedoch bei mehr als 50% radial verlaufender Rissbildung an der Reibfläche aus. Auch kürzere und klaffende Risse sowie Anrisse m Scheibenrand sind gefährlich und können zu einem Scheibenbruch führen. Solche Bremsscheiben sind unverzüglich auszutauschen, da sie ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen.

Info:
Bremsscheiben sind immer paarweise zu wechseln und werden daher auch fast ausschließlich paarweise verkauft.

Jetzt kommentieren